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Aussteller

11.01.03 - 27.02.03 Thomas Baumgärtel
15.03.03 - 27.04.03 Andreas Schiller
10.05.03 - 22.06.03 Hans-Ruedi Wüthrich
16.08.03 - 05.10.03 Mimmo Paladino
18.10.03 - 16.11.03 KiöR, Grenchen
29.11.03 - 21.12.03 Roland Flück


Das Ausstellungsprogramm 2003 im Kunsthaus Grenchen ist der Malerei und der Grafik gewidmet.
In einer Art "Früchtezyklus" sind in den Ausstellungen von Thomas Baumgärtel aus Köln und nachfolgend Andreas Schiller aus Berlin zwei völlig gegensätzliche Interpretationen zu einem Thema zu sehen. Während Baumgärtel die Frucht in Form der Banane bearbeitet, steht im Zentrum des Schaffens Schillers der Apfel. Die Ausstellung von Andreas Schiller wird mit einem Katalog dokumentiert.

Zur dritten Ausstellung, jene des in Zuzwil (BE) lebenden Künstlers Hansruedi Wüthrich erscheint gar ein Werkkatalog.
In Verbindung mit der 16. Internationalen Triennale, Ende September, findet die erste Ausstellung nach der Sommerpause statt. Sie ist dem grafischen Werk des bekannten italienischen Künstlers Mimmo Paladino gewidmet.

Eine Broschüre des Amtes für Kultur, Grenchen, bespricht zahlreiche Skulpturen, die im öffentlichen Raum in Grenchen stehen. Kunst im öffentlichen Raum wird mit der Bezeichnung Kiör umschrieben. Das Kunsthaus begleitet diese Broschüre mit einer Auswahl von Werken aus der Sammlung der in der Broschüre vorgestellten Künstler.

Den Abschluss des Programms bildet eine Ausstellung des Solothurner Künstlers Roland Flück. Zur Ausstellung dieses bedeutenden solothurnischen Kunstschaffenden erscheint sein erster Werkkatalog.

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Thomas Baumgärtel

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt des Schaffens des 1960 geborenen Künstlers und thematisiert die wichtigsten Werkphasen: Frühe Arbeiten aus den achtziger Jahren, sowie Arbeiten aus der neuen Serie der die 10 besten Kunstorte mit der Banane auszeichnenden Bildtafeln im Stil des sog. Farbigen Bananenpointillismus (das Bildmotiv setzt sich aus lauter kleinen Bananen zusammen). Letztere werden zum ersten Mal in der Schweiz gezeigt. Bezeichnet Metamorphose der Spraybanane Varianten einer witzigen und bedeutungsträchtigen formalen Umdeutung der Banane, behilft sich Baumgärtel als Bezeichnung für eine Serie politisch motivierter Collagen mit dem Wortspiel Unsere Bananenrepublik. Die Verarbeitung der Strafanzeigen wegen Vandalismus und Sachbeschädigung erfolgte erwartungsgemäss auf kreative Art: die Anzeigen dienten als Bildträger. Zu sehen sind weiter Dokumentationen über geplante, resp. durchgeführte Projekte wie Banane im Brandenburger Tor und Wie lieben die Hohe Kirche, sowie ein Video über Baumgärtels Arbeiten.
Zum ersten Mal in einem Schweizer Kunsthaus zu sehen sind ferner Messelogos im Stil des Bananenpointillismus, sowie die Serie zur Friedensbanane, 10 Arbeiten, digitale Siebdrucke.

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Andreas Schiller

Inhalt der Ausstellung des 1963 geborenen Künstlers sind zwei Rauminstallationen. Die eine, "The Apple I", wurde erstmals gezeigt 1997 in der Pleiades Gallery in New York, die andere, "The Apple II", befindet sich im Kunsthaus Tacheles in Berlin, wo Andreas Schiller auch sein Atelier hat.
"Apple I"
Auf 55x55cm grossen Leinwänden malt Schiller jeweils einen Apfel. Die Bilder werden zu grossen Quadraten (zu 9 Bildern) zusammengeführt, die sich dem Raum anpassen. Steht man dicht vor den Bildern, werden die unterschiedlichen Strukturen, Formen, Farben und Frakturen desselben Motives wahrgenommen. Sie entstehen zwangsläufig durch die Verwendung einer in der zeitgenössischen Kunst unüblichen Maltechnik; der Öllasurmalerei mit Eitemperakern.
"Apple II"
Die Ateliersituation im Kunsthaus Tacheles ist eine besondere, da dauernd einem Besucherstrom ausgesetzt. Dies ist Konzept und ein Teil der künstlerischen Komposition und wird zum Indikator für die Wirksamkeit derselben. Der Künstler wird sein Atelier während der Ausstellungsdauer ins Kunsthaus Grenchen verlegen. Hinter der vordergründigen Ateliersituation befindet sich eine erprobte Dramaturgie, die primär von ästhetischen Ansprüchen geprägt ist.
Die Gemeinsamkeit der beiden Installationen, "Apple I und II", ist nicht nur die Bearbeitung desselben Hauptmotivs, vielmehr entspricht sie einem Drang des Künstlers, gestalterisch in Grenzbereiche vorzudringen. Dieser Drang ergibt sich zwangsläufig aus der obsessiven Anwendung einer anachronistisch anmutenden Malweise, die wahrscheinlich nur in diesen Grenzbereichen eine Überlebenschance hat.

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Hans-Ruedi Wüthrich

Bis 1997 stellte der englische Galerist Nic Treadwell regelmässig an der Basler Kunstmesse ART aus. Seine skurrile und witzige Koje gehörte zu den magnetisiernden Anziehungspunkten, zu den wohltuenden Gegensätzen im Einerlei der Zeitkunst. Zu Treadwells Künstlern gehörte auch ein Schweizer, Hans-Ruedi Wüthrich aus Zuzwil BE. Wüthrichs groteske, aus Ton geformten
Figuren und Szenen machen aber bloss einen Teil seines ungewöhnlich vielseitigen Schaffens aus. Die meiste Schaffenszeit widmet Hans-Ruedi Wüthrich der Malerei. Die Ausstellung im Kunsthaus Grenchen greift aus dem umfangreichen Werk des 55jährigen Künstlers die neue Malerei auf Leinwand und Papier heraus. Das Motivspektrum reicht von Brachlandschaften, Bächen und Sümpfen bis zu verdorrten Sonnenblumen. Sein eigentliches Thema ist aber nicht die Darstellung von visuellen Erfahrungen, sondern die Spiegelung emotionaler Wirklichkeit. Die Schlüsselwerke sind Bilder, die er im Anschluss an eine vierwöchige Südostasien-Reise im Jahr 1968 geschaffen hat. Unterwegs war ihm nur möglich zu zeichnen und zu fotografieren. Zuhause suchte Hans-Ruedi Wüthrich nach einer Möglichkeit, die sich überschneidenden Erinnerungen adäquat darstellen zu können. Er verwendete Fotovergrösserungen als Malgrund. Mithilfe des Computers veränderte er die eigenen Fotos so, dass sie seinen Farbvorstellungen entsprachen und als Basis für Gemälde dienen konnten, in die er häufig auch noch zusätzliche Collageelemente einfügte. Dieses computergestützte Vorgehen befriedigte ihn voll und ganz. Es erlaubt ihm, eine Vielzahl von Eindrücken miteinander verschmelzen zu lassen und mehr als "blosse Netzhauterfahrungen" malerisch umzusetzen. Nach ähnlichem Prinzip hat er auch südfranzösische Landschafts- und Raumerlebnisse bearbeitet.

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Mimmo Paladino

Mimmo Paladino wurde 1948 in Paduli (Benevento) geboren, wo er heute noch lebt und arbeitet. Ende der siebziger Jahre gehörte er international zu den Vorreitern der Rückbesinnung auf die Malerei. 1980 nimmt er an der Biennale in Venedig zusammen mit den Hauptakteuren der Trans-Avantgarde, Sandro Chia, Francesco Clemente, Enzo Cucchi und Nicola de Maria, teil. Doch ist es vor allem einer Wanderausstellung von Zeichnungen in verschiedenen Mitteleuropäischen Museen zu verdanken, von der Kunsthalle Basel über das Museum Folkwang in Essen bis hin zum Stedelijk Museum in Amsterdam, dass die Arbeiten Paladinos sich auf internationaler Ebene entgültig etablieren konnten. Parallel finden in New York zwei grosse Ausstellungen statt, die das Werk auch in den USA bekannt machen.
Die Ausstellung in Grenchen zeigt ausschliesslich das grafische Werk Paladinos von 1974 bis 2003. Radierung, Aquatinta, Linolschnitt, Holzdruck: mit all diesen Techniken gelingt es ihm, den geisterhaften Charakter seiner Hauptfiguren überzeugend darzustellen. Betrachtet man die Gravuren Paladinos gewinnt man den Eindruck, dass ihn eine persönliche und irreführende "Sorge" um die Realität beschäftigt, die er in Wirklichkeit nicht respektiert, da er die figurativen Elemente und die Verfahren, die Materialien und Techniken über- und durcheinander zum Einsatz bringt, in einer geheimnisvollen Reihenfolge beziehungsweise nach einer verborgenen Gesetzmässigkeit, deren Regel wir nicht kennen und die eher etwas mit Automatismen des Träumens zu tun hat als mit der deskriptiven Präzision des Wachens.

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KiöR

Die Stadt Grenchen verfügt über eine grosse Anzahl von Kunstwerken die im öffentlichen Raum der Stadt stehen. Nebst Werken von bekannten Künstlern wie etwa Oskar Wiggli, Rolf Iseli, Martin Schwarz oder Peter Travaglini liegt ein weiterer Schwerpunkt bei Künstlern die einen direkten Bezug zur Stadt haben wie etwa Hanspeter Schumacher, Bruno (Sauro) Zumstein oder Marc Reist. Um der Bevölkerung diese Skulpturen näher zubringen, plant das Amt für Kultur in Zusammenarbeit mit der Kulturkommission, der Kunstgesellschaft und dem Kunsthaus Grenchen eine Broschüre, die einige dieser Arbeiten im öffentlichen Raum dokumentiert. Zur Herausgabe dieser Broschüre findet im Kunsthaus eine Ausstellung statt, mit grafischen Werken aus der
Sammlung der Stadt Grenchen, die von den in der Broschüre vorgestellten Künstlern geschaffen wurden.

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Roland Flück

Der Kunstmaler Roland Flück wurde 1957 in Solothurn geboren wo er heute auch noch wohnt und arbeitet. Geschult in den späten 70er und 80er Jahren an der Kunstgewerbeschule in Basel und an der staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf, sind ihm die Strategien einer sich hermetisch anspruchsvoll gegebenen Kunst nur allzu vertraut. Wenn er dort eines gelernt hat, sagt er, dann dies, zu wissen, was er nicht will. Es ist Roland Flück insofern auch gar nicht unangenehm, wenn seine Bilder auch für nicht eingeweihte verständlich und geniessbar sind. Die Vermittlung philosophischer, weltanschaulicher oder literarischer Inhalte, um welche sich die aktuelle
Kunst sich zuweilen angestrengt bemüht, gehört seiner Ansicht nach nicht zu den vordringlichsten Aufgaben der Malerei. Diese hat für ihn in erster Linie mit Farbe zu tun, dann auch mit Form, d.h. mit dem Bildaufbau, der Komposition. Das fertige Bild ist das Resultat unzähliger auf der Leinwand - und nirgends sonst - getroffener Entscheidungen. Das Gemälde ist somit nicht
Abbild einer äusseren Realität - trotz motivischer Anlehnungen - sondern es bezieht sich in erster Linie auf die Malerei als solche. Was ihn als Künstler besonders interessiert, ist der "Kippmoment" zwischen Bild und Abbild. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

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